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Ta Prohm – dem Dschungel entrissen

Ta Prohm – dem Dschungel entrissen

Anfang des 20. Jahrhunderts starteten Archäologen und Restauratoren in Kambodscha ein interessantes Projekt. Im Zuge der umfangreichen Wiederherstellungen der Tempelanlage von Angkor Wat beschloss man einen 2 Kilometer entfernten Komplex im vorgefundenen Zustand zu belassen – die kleine Tempelanlage Ta Prohm. Es wurden nur so weit Schutt und Vegetation entfernt, dass man den Tempel gefahrlos besuchen kann.

 

Die Geschichte des Tempels:
Der König des Khmer-Reiches, Jayavarman VII., ließ im Übergang vom 12. zum 13. Jahrhundert diesen Tempel zu Ehren seiner Mutter errichten, und die Anlage wurde ursprünglich als „königliches Kloster“ geführt, was auch der alte Name „Rajavihara“ bedeutet. In späterer Zeit bekam er den Namen „Ta Prohm“, was mit „Altes Brama“ übersetzt wird.

 

Unter dem Sohn und Nachfolger, Indravarman II., wurde der Komplex wesentlich erweitert, sodass die heutige Begrenzungsmauer ungefähr 60 ha umfasst. Diese Mauer ist mit Ecktürmen und Zugangspavillons, sogenannte Gopurams, welche überdimensionale Gesichter tragen, geschmückt.

 

Nach der Einweihung des Tempels war er eine Stätte der Verehrung für 260 verschiedene Götter. Obwohl die Khmer-Königsfamilie buddhistisch war, zeigen viele Steinmetzarbeiten Szenen aus der hinduistischen Mythologie. Zu den Tempelschätzen sollen hunderte Seidenbetten und Sonnenschirme gehört haben und zusätzlich tonnenschwere Goldplatten. Das zentrale Heiligtum ist von kleineren Tempeln umgeben.

 

In der Blütezeit dieser Anlage bewohnten mehr als 12.000 Mönche dieses Areal, und außerhalb der Mauern lagen ungefähr 3000 Dörfer mit über 80.000 Bewohnern. Im 16. Jahrhundert verwahrloste der Komplex, so wie andere ebenfalls, und der Urwald bemächtigte sich des gesamten Gebietes. Nur die Gebäude von Angkor Wat wurden nie vollständig verlassen.

 

Erst im 19. Jahrhundert wurde man wieder auf die Tempelbauten Kambodschas aufmerksam und erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann die Freilegung und Restaurierung aller sakralen Bauwerke, durch das französische Institut „Ècole francaise d´Extreme-Orient“.

 

Und so entriss man auch Ta Prohm wieder der Vegetation des Urwaldes, nur, dass man die Innenanlage so beließ, wie man sie vorgefunden hatte. Religiöse Gebäude waren in Kambodscha die einzigen Bauwerke, die aus Stein erbaut wurden und so konnten sie die Jahrhunderte lange Herrschaft des Waldes überstehen. Die gesamte Bevölkerung lebte in Holzhäusern.

 

Betritt man Ta Prohm heute, wähnt man sich noch immer in der Entdeckerzeit vor 100 Jahren. Die Bauten sind zum Teil grün bewachsen und vermoost und besonders beeindruckend ist die spektakuläre Umklammerung der Mauern durch Würgefeigen (Ficus virens) und riesige Thitpok-Bäume (Tetrameles nudiflora).

 

Das hohe Niveau und Können auf architektonischem Gebiet, wird auch dadurch bewiesen, dass diese grünen Kolosse die Gebäude nie zum Einsturz brachten. Diese Kombination aus reliefierten Steinmauern, Trümmerhaufen und gigantischen Urwaldgewächsen, machen Ta Prohm zu einer der am meisten besuchten Stätten des Landes, die nur 20 Kilometer von den riesigen Anlagen von Angkor Wat und Angkor Thom entfernt liegt.

 

Seit 1992 steht die gesamte Anlage auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes und Ta Prohm glänzt als Ikone der Architektur in Kombination mit der Natur. Liebe Leute, euch kommt vor, dass ihr das Heiligtum schon mal gesehen habt, obwohl ihr noch nie dort wart? Dann habt ihr möglicherweise die erste Verfilmung von „Tomb Raider“ mit Angelina Jolie gesehen, denn in diesen Gemäuern hat sie einen actiongeladenen Auftritt. Wer bei ihrer Jagd nach Schätzen in Ta Prohm dabei sein möchte, kann sich an diesem kurzen Video erfreuen.

Lara Croft in Ta Prohm

Euer Kultur Jack!

Beitragsbild Copyright: Sasha Isachenko

Über den Autor

Kultur Jack

Vor längerer Zeit in Wien geboren, und bis heute mit der Ortswahl glücklich! Da man von kultureller Leidenschaft allein schwer leben kann, bin ich, im kaufmännischen Bereich, selbständig tätig. Meiner Meinung nach, sollte man geistige Genüsse, nach deren Entdeckung, teilen und weitergeben, damit so viele Menschen wie möglich davon berührt werden. Es liegt ja auch im Sinne des Künstlers, sonst würde er ja kein Buch drucken lassen, oder Bilder zur Schau stellen. Mehr über mich !

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