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Erste Weihnachtskarte

Erste Weihnachtskarte

Liebe Kultur-Checker,

es sind nur noch ein paar Tagen bis zur Weihnacht und im Monat Dezember laufen, bei vielen von euch, die Vorbereitungen dafür. Es ist die kalte Jahreszeit, Zeit der Weihnachtsmärkte, der Musik, die es nur einmal im Jahr gibt, Zeit der Besinnung und sich Gedanken zu machen, womit wir unsere Liebsten beschenken und wie wir dieses Familienfest so beschaulich wie möglich gestalten könnten. Aber vergesst nicht die Weihnachtskarte, die ist genauso wichtig wie das eigentliche Geschenk. Als Kleinod des Monat Dezember habe ich mir gedacht, euch ein wenig über die Geschichte der ERSTEN, der allerersten Weihnachtskarte zu erzählen.

London 1843

Henry Cole
© wikipedia

Wir kehren in der Geschichte zurück in das Jahr 1843 als Henry Cole, Staatsbeamter, zuständig für Wirtschaft und Handel, Post- und Verkehrswesen, Bildung und Kultur, diese Idee hatte. Den Namen habt ihr vielleicht bis jetzt noch nicht gehört, aber in Großbritannien kennt man den Mann. Dank ihm gab es die erste Weltausstellung (Great Exhibition) und er war Gründungsdirektor des heutigen Victoria und Albert Museum. So ein kreativer Mensch hatte die Idee eine Grußkarte für die Weihnachtszeit zu machen. Aber wie sollte sie aussehen? Und was könnte darauf stehen? Da er aus einer wohlhabenden Familie stammte, machte er sich wegen der Versendung per Post keinen allzu großen Gedanken. Im Dezember beauftragte Sir Cole den Illustrator John Callcott Horsley seine Karte zu machen. Jener war ein Maler, aber diese Aufgabe war etwas ganz Neues für ihn. Sollte die Karte International verschickt werden, bekamen sie nur die Bekannten und Verwandten von Cole…???

John Callcott Horsley
© wikipedia

Horsley hatte noch von Henry die Anweisung, dass der Text „Merry Christmas and a Happy New Year to You“ lauten sollte. Aber wie sie im Endeffekt genau aussah, lag allein in seinen Händen. Er ließ sich von einem Altarbild inspirieren und hatte dabei die Idee ein Familienfest zu malen. Die Größe der Karte war 5.7 x 3.3 Zoll, umrahmt von Zweigen und Reben, welche die Fröhlichkeit und die Wohltätigkeit vermitteln sollten. Und voila, die Karte war da und sie gefiel dem Auftraggeber! Sie wurde sogar 1000mal, von ihm persönlich, gedruckt. Was er mit so vielen Kopien machte, fragt ihr euch bestimmt! Cole hatte die geniale Idee sie zu verkaufen- um 1 Shilling pro Stück! Heute ist natürlich eine davon viel mehr wert, immerhin geht es um die ALLERERSTE Weihnachtskarte. Im Jahr 2001 wurde eine dieser Karten um 22.500 Pfund versteigert.

Um die Welt

Louis Prang
© wikipedia

Die Idee um die Karte verbreitete sich. Im Jahr 1874 wurden auch in den USA die ersten Exemplare von Louis Prang ausgeführt. Jedoch mit einer Verbesserung, denn er benutzte 20 verschiedene Farben. Dadurch wurde er ein sehr populärer und erfolgreicher Unternehmer.
In Deutschland durfte die Weihnachtskarte natürlich auch nicht fehlen. Aber bis zum Ersten Weltkrieg wurden sogenannte Wunschblätter verschickt. Erst später wurden Karten in großen Mengen gedruckt und exportiert.

 

Christmas Card, Prang
© wikipedia

Liebe Kultur-Checker,
ob ihr dieses Jahr eine Weihnachtskarte kauft oder vielleicht selbst kreiert, überlasse ich euch. Aber eins ist klar, es sind nur wenige Tage bis Weihnachten – eine Zeit, die wir mit unseren Liebsten verbringen.

Über den Autor

Kultur Jacky

Kunst und Kultur sind nicht nur meine Leidenschaft, sondern auch mein Beruf. Ich bin sehr interessiert an allem was Menschen bewegt: An der Musik die uns berührt, an schönen Bildern und Büchern, die mich zum Nachdenken bringen.Ich tauche in die Welt der schönen Momente ein und genieße sie jeden Tag. Mehr über mich

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