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Der Sekretär der Königin Marie Antoinette

Der Sekretär der Königin Marie Antoinette

Liebe Leute, Jacky und ich freuen uns Euch im neuen Jahr 2019 mit einem sehr exklusiven Objekt begrüßen zu dürfen. Wir wünschen alles Gute und hoffen, dass Ihr uns gewogen bleibt!

Dass Marie Antoinette, Maria Theresias jüngste Tochter und spätere Königin von Frankreich, einen aufwendigen, verschwenderischen Lebensstil pflegte ist allgemein bekannt. Neben extravaganten, kostspieligen Modefragen verschlang auch ihr Lebensumfeld und Wohnambiente eine Menge Geld.

Foto: © Starus

Liebe Leute, dass ihr Wohnbereich, sowie das ganze Schloss teuer möbliert war stimmt in jeder Weise, aber das kann man nicht ausschließlich ihr vorwerfen, denn welcher europäische Königshof war schon billig und sparsam eingerichtet. Der Hang dieser Königin zu exklusiven, luxuriösen Gegenständen beschert uns jedoch das heutige „Kleinod des Monats“ und führt uns zu seinem Erzeuger – Adam Weisweiler.

1777 siedelt sich der, aus Deutschland stammende, Kunsttischler und Ebenist Adam Weisweiler in Paris an und steigt dort zu den bedeutenden Vertretern seines Gewerbes auf. Kennzeichnend für seine Kunstwerke sind, unter anderem, feuervergoldete Beschläge und Applikationen aus Porzellanreliefs der Manufaktur Sévres.

Und genau so eine typische Kostbarkeit fertigte Weisweiler, mit Medaillons aus Biskuit – Porzellan, für die Königin von Frankreich an.

© Bundesmobilienverwaltung, Objektstandort: Hofmobiliendepot, Möbel Museum Wien, Foto: Marianne Haller

Doch nicht nur Frankreichs Königshaus bestellte bei ihm, auch andere, darunter der König von Neapel und der Prinzregent von England – der spätere König George IV.

Seine erlesenen Anfertigungen zählen heute zu den Glanzstücken der Kunstmöbel bedeutender Sammlungen und Museen wie – Louvre, Getty Museum, Metropolitan Museum of Art, Wallace Collection…

 

Bekanntlich überlebte Marie Antoinette die Französische Revolution nicht – Adam Weisweiler und sein Sekretär jedoch schon. Des Ebenisten Anfertigungen wurden schon zu seinen Lebzeiten zu hochpreisigen Sammlerstücken und er belieferte sogar das Haus Napoleon Bonapartes.

Jedoch hier ist die Geschichte der hölzernen Kostbarkeit noch nicht zu Ende. Mitte des 19. Jahrhunderts verschenkt Napoleon der Dritte das Kleinod an Charlotte von Belgien und diese ist mit dem Bruder von Kaiser Franz Josef, Ferdinand Maximilian verheiratet. So findet das Kunstwerk wieder zu einem Habsburger zurück und ist ab dann Teil der Ausstattung des Schloss Miramare, nahe Triest.

© Bundesmobilienverwaltung, Objektstandort: Hofmobiliendepot, Möbel Museum Wien, Foto: Marianne Haller

Ferdinand Maximilian hat später, als Kaiser Maximilian von Mexiko, ein ähnlich tragisches Schicksal wie seine, mit ihm verwandte Vorbesitzerin des Sekretärs.

Nach Ende des 1. Weltkriegs fällt das wertvolle Objekt an Italien, kann aber, im Tausch mit Maximilians Autografensammlung, Österreich erhalten bleiben.

Heute hat der um 1780 gefertigte Sekretär, nach fast 240 Jahren, seine endgültige Bleibe im Wiener Hofmobiliendepot gefunden und zählt dort zu den wertvollsten Objekten.

© Bundesmobilienverwaltung, Objektstandort: Hofmobiliendepot, Möbel Museum Wien, Foto: Marianne Haller

Noch eine gute Nachricht dazu – zurzeit ist das von Adam Weisweiler geschaffene Kunstwerk in der Ausstellung „Bruch und Kontinuität – Das Schicksal des Habsburgischen Erbes nach 1918“ zu bewundern.

Link= https://www.hofmobiliendepot.at/unser-programm/ausstellungen/bruch-und-kontinuitaet/

Liebe Leute, die Qualität dieses handwerklichen Juwels alleine verdient schon höchste Beachtung, aber auch noch aus dem Besitz einer legendenumwobenen Königin sichert ihm die verdiente Wertschätzung als „Kleinod des Monats“, meint

Euer Kultur Jack!

Über den Autor

Kultur Jack

Vor längerer Zeit in Wien geboren, und bis heute mit der Ortswahl glücklich! Da man von kultureller Leidenschaft allein schwer leben kann, bin ich, im kaufmännischen Bereich, selbständig tätig. Meiner Meinung nach, sollte man geistige Genüsse, nach deren Entdeckung, teilen und weitergeben, damit so viele Menschen wie möglich davon berührt werden. Es liegt ja auch im Sinne des Künstlers, sonst würde er ja kein Buch drucken lassen, oder Bilder zur Schau stellen. Mehr über mich !

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