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Die Liebe zur Landschaft – Thomas Cole

Die Liebe zur Landschaft – Thomas Cole

Liebe Leute, so mancher Maler erfreut sich sein Leben lang an allen Genres, die ihm sein Metier bietet, jedoch bei einigen Künstler kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als hätte das Thema ihn gefunden. So eine Persönlichkeit war Thomas Cole (1801-1848)

Der Künstler:
Nach einer Kindheit in England, wanderte Cole 17-jährig mit seiner Familie nach den USA aus. Durch die Begegnung mit dem umherziehenden Porträtmaler John Stein lernte er die Grundlagen der Ölmalerei. Die Kunst des Porträts entsprach nicht ganz seinem Wunsch und Können, deshalb wechselte er zur Landschaftsmalerei.

 

Abseits seiner Arbeit in der Tapetenmanufaktur seines Vaters, widmete er seine Freizeit dem Studium der Landschaft und der Entwicklung seiner malerischen Fertigkeit und Präzision.1824 reifte in ihm der Entschluss die Malerei zu seinem Beruf zu machen und er zog nach New York.

 

Dort wurde der Kaufmann George Bruen auf die Arbeiten des jungen Mannes aufmerksam, und finanzierte ihm eine Studienreise zu den Catskill-Mountains am Hudson River. Die Beziehung zu diesen Bergen sollte zu einer lebenslangen Liebesgeschichte werden. Wieder in New York, sah der Maler John Trumbull die Früchte dieser Reise und vermittelte Cole Kontakte zu wichtigen Mäzenen und Künstlern.

 

Wenige Jahre später war Thomas anerkannter Landschaftsmaler und machte sich auf nach Europa, um die Meisterwerke der Vergangenheit im Original studieren zu können. Diese Studien betrieb er in Rom, Florenz, London und Paris. Er wurde in dieser Zeit zu einem typischen Vertreter der Romantik, denen die Idealisierung der Landschaft wesentlich am Herzen lag.

 

Zurück in Amerika begegnete er dem Unternehmer Luman Reed, der für ihn ein verständnisvoller Mäzen wurde. Auf Grund der Faszination, die sie auf ihn ausübten, besuchte er immer wieder die Catskill-Mountains und bannte sie zu allen Tageszeiten auf die Leinwand. In den Sommermonaten bezog er im Hudson-Tal die Nebengebäude der Farm Cedar Grove als Atelier und Wohnsitz.

 

Die Liebe zur Nichte des Farmers, mündete in eine Ehe mit ihr und den permanenten Wohnsitz auf der Farm. Der enge Kontakt zur New Yorker Kunstszene blieb jedoch weiter bestehen und er zählte Landschaftsmaler, die später ebenso Berühmtheit erlangten, zu seinen Schülern.

 

Anfang der 40er-Jahre bereiste er nochmals für 2 Jahre Europa und perfektionierte seine Technik. Im äußerst kalten Winter von 1848 erkrankte er an einer Infektion der Atemwege, der er am 11. Februar erlag.

 

Das Werk:
Für Thomas Cole war die Landschaft nicht bloß ein atemberaubendes Motiv für den Maler, sondern er war von ihrer innewohnenden Kraft und deren spiritueller Wirkung auf den Menschen überzeugt. Seine Studien in Amerika und Europa perfektionierten seine Technik und Gestaltungsweise derart, dass er zu einer Leitfigur für die Landschaftsmaler der nächsten Generation wurde.

 

Cole gilt als Begründer der „Hudson River School“, einer Gruppe von Künstlern, die der deutschen romantischen Malerei bewundernd gegenüberstanden, und das Tal des Hudson Rivers zu ihrem Hauptmotiv machten. Eine detaillierte und naturgetreue Wiedergabe der Natur in allen Aspekten wurde charakteristisch für diese Künstlervereinigung.

 

Auf der geistigen Suche nach der idealen Landschaft wurden auch immer wieder Versatzstücke verschiedener Landschaften in einem Bild vereinigt, also sogenannte „Capriccios“ gemalt.
Auf Grund seiner Suche nach der perfekten Naturdarstellung war Cole gegenüber dem Fortschritt, und der damit einhergehenden Zerstörung der Landschaft, skeptisch eingestellt. So schrieb er auch in einem Essay: „Unsere Gesellschaft trachtet nur danach, etwas zustande zu bringen, statt sich an etwas zu erfreuen…“

 

Großen Bekanntheitsgrad erlangte auch die Auftragsarbeit „The Course of Empire“, die Cole 1836 fertigstellte. Der fünfteilige Bilderzyklus schildert darin die Entwicklung einer Zivilisation, von den Anfängen bis zum Untergang. Die zeitgenössische Kritik stand diesen Arbeiten jedoch aus formalen Gründen ablehnend gegenüber.

 

Zu Coles berühmtesten Werken gehören die vier Bilder der Serie „Voyage of Life“, in denen die Lebensstadien des Menschen in den vergleichbaren Jahreszeiten dargestellt werden. Begleitet wird der Reisende durch sein Leben von einem Schutzengel.

 

Aber, wie in allen seinen Bildern, stellte Thomas Cole die Menschen und Tiere kleinformatig dar, die Protagonisten der Bilder sind Himmel und Natur.

 

Thomas Cole besaß vielseitige Interessen; so gibt auch Architekturentwürfe für ein Regierungsgebäude für die er den 3. Preis gewann, ohne eine fundierte Ausbildung in diesem Bereich zu haben. Aber seine Liebe gehörte der amerikanischen Landschaft, denn darin sah er die unberührte Natur im Urzustand. Die europäische Landschaft sah er durch zu viele Eingriffe des Menschen zerstört.

 

Auch wenn die Bilder Thomas Coles und der „Hudson River School“ sehr romantisch verklärt sind, berühren sie den Betrachter, durch die atemberaubende Darstellung der Schönheiten der Welt, mit unverminderter Wucht und sind ein Highlight für jeden Kulturblog.
Euer, Kultur Jack!

Beitragsbild: A Wild Scene, Foto: Allartpainting

Über den Autor

Kultur Jack

Vor längerer Zeit in Wien geboren, und bis heute mit der Ortswahl glücklich! Da man von kultureller Leidenschaft allein schwer leben kann, bin ich, im kaufmännischen Bereich, selbständig tätig. Meiner Meinung nach, sollte man geistige Genüsse, nach deren Entdeckung, teilen und weitergeben, damit so viele Menschen wie möglich davon berührt werden. Es liegt ja auch im Sinne des Künstlers, sonst würde er ja kein Buch drucken lassen, oder Bilder zur Schau stellen. Mehr über mich !

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