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Werner Berg

Werner Berg

Liebe Leute, manchmal ist der Lebensweg von Künstlern und die Art diesen zu beschreiten nicht viel weniger interessant als deren Werk. So empfinde ich es auch bei dem Kärntner Maler Werner Berg.

Foto: © Harald Scheucher

Geboren wurde er 1904 im deutschen Elbefeld, Wuppertal und wuchs dort auch auf. Von Kindheit an wollte er Maler werden.  Die Wirrnisse des 1. Weltkriegs und daraus verursachte familiäre Todesfälle vereitelten die Erfüllung des Berufswunsches.
So ging er 1924 nach Wien, studierte Volkswirtschaft, worin er 1927 promovierte und erfüllte sich danach seinen Traum indem er hier in Wien an der Akademie, unter Karl Sterrer, das Fach Malerei belegte. Zwei Jahre später setzt er seine Ausbildung an der Münchner Akademie fort.
Schon früher hatte er mit seiner Freundin Amalie „Mauki“ Kuster beschlossen sich  mit einem Bauernhof den Lebensunterhalt zu sichern. Nach der Hochzeit fanden sie in Kärnten den Rutar – Hof, ein Bergbauernhof mit 22 Hektar Grund. Der Plan war, durch die Erträge des Hofes, sich von Zwängen des Kunstbetriebs unabhängig zu machen. Über einem alten Schafstall baute er sich ein Maleratelier. Da der Hof bis in die 60er- Jahre ohne Strom und Fließwasser auskam, waren die Produktionsbedingungen dementsprechend simpel.

 

Die Freundschaft mit Emil Nolde förderte seiner Ausstellungstätigkeit in Deutschland, welche sich aber mit dem Aufkeimen des Nationalsozialismus wieder einschränkte. Die dadurch entstehende wirtschaftliche Not, zwang seine Frau, trotz Studium, am Hof das Leben einer Magd zu führen. Um dem entgegenzuwirken trat er der NSDAP bei, wurde aber trotzdem 1939 in der Ausstellung „Entartete Kunst“ mit einem Werk präsentiert.

 

Da ein Oberstleutnant an seinem Werk Gefallen fand, hatte er das Glück als Kriegsmaler, in dessen Regiment, seinen  Dienst im  2. Weltkrieg zu absolvieren.
Nach dem Krieg begann er wieder seine Bilder auszustellen, 1947 erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft, es erfolgten Ankäufe durch die Stadt Wien, und 1950 vertrat er unser Land bei der Biennale in Venedig.
Bald darauf lernte er die Kärntner Dichterin Christine Lavant kennen und es entwickelte sich eine Liebesbeziehung daraus.

Christine Lavant, Foto: © Werner Berg Museum

 

Das Klagenfurter Künstlerhaus widmete ihm, zu seinem 50. Geburtstag, eine Werkschau, durch die viele Kärntner auf ihn aufmerksam wurden. Die sich daraus ergebenden Käufe und beginnendes Sammeln seiner Werke in Kunst- und Kulturkreisen, erleichterte in nächster Zeit erheblich seine wirtschaftliche Not am Bauernhof. Der Kampf um das Dasein zwang ihn zuvor, auf Grund der anfallenden Arbeit, manchmal wochenlang nicht malen zu können. Jetzt war er endlich in der Lage seine ganze Energie und Kraft in sein künstlerisches Werk zu stecken und die notwendige Arbeit am Hof wurde durch seine Kinder verrichtet. Das Anwesen war ihm zeitlebens sehr wichtig und er konnte nur schwer mit dortigen Veränderungen umgehen.

 

1955 scheiterte die Beziehung zu Christine Lavant, die er neben seiner Ehe führte, und endete in einem Suizidversuch seinerseits.
Das Belvedere in Wien ehrte ihn ein Jahr später mit einer Einzelausstellung seines Schaffens. Ab Anfang der 60er-Jahre stellte er jeglichen Ausstellungsbetrieb ein um sich gedanklich frei nur seiner Malerei zu widmen.
Nicht vielen Künstlern wird zu Lebzeiten ein Museum gewidmet – die Stadt Bleiburg adaptierte 1968 am Hauptplatz ein Haus, wofür Werner Berg einen repräsentativen Querschnitt seines Schaffens zur Verfügung stellte und es „Werner Berg Galerie“ benannte.

 

Der Tod seiner Frau, zwei Jahre später, traf ihn dermaßen hart, dass er ein Jahr lang jegliche künstlerische Arbeit einstellte.
Seine letzten Lebensjahre waren von großer Produktivität gekennzeichnet. Am 7. September 1981 wurde er tot in seinem Atelier am Rutarhof aufgefunden und, auf eigenen Wunsch, in Salzburg am Friedhof der Namenlosen anonym beigesetzt. Die Bilder der Galerie in Bleiburg hat er als Stiftung der Öffentlichkeit vermacht.

 

Die Arbeiten  Werner Bergs  behandeln fast ausschließlich das bäuerliche Leben und die Landschaft des Kärntner Unterlands. Großflächig gemalte Figuren bevölkern diese Welt, jedoch gerade diese Einfachheit gepaart mit leuchtender Farbigkeit erschaffen deren Schönheit und Mystik. Ich selbst kann mich nur schwer dem Bann dieser archaischen, ruhigen Darstellungsweise entziehen.

 

Was ich, wie eingangs erwähnt, am Lebensstil  Werner Bergs beeindruckend finde? Sich sein ganzes Leben lang, auch wenn es nicht mehr notwendig ist, den Unbequemlichkeiten und der Einsamkeit eines Bergbauerhofes unterzuordnen! Fast 40 Jahre ohne Strom und Fließwasser, und nichts anderes zu wollen als auf diesem Flecken Land zu leben und zu arbeiten! Es war ja gleichbedeutend damit,  im 20. Jahrhundert wie im 18. zu leben. Meine aufrichtige Bewunderung!

Foto: © Harald Scheucher

 

Übrigens alle Fotos dieses Beitrags wurden mir von der Werner Berg Galerie zur Verfügung gestellt, wofür ich mich herzlich bedanken möchte – Link:  werner berg museum/ . Bis heute hatte ich noch nicht die Freude dort gewesen zu sein, was sich aber bei passender Gelegenheit ändern wird.
Liebe Leute, hätte ich eine „to do list“ würde dieser Besuch weit oben stehen, bekennt
Euer Kultur Jack!

Über den Autor

Kultur Jack

Vor längerer Zeit in Wien geboren, und bis heute mit der Ortswahl glücklich! Da man von kultureller Leidenschaft allein schwer leben kann, bin ich, im kaufmännischen Bereich, selbständig tätig. Meiner Meinung nach, sollte man geistige Genüsse, nach deren Entdeckung, teilen und weitergeben, damit so viele Menschen wie möglich davon berührt werden. Es liegt ja auch im Sinne des Künstlers, sonst würde er ja kein Buch drucken lassen, oder Bilder zur Schau stellen. Mehr über mich !

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