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William Blake

William Blake

Liebe Leute, das Zitat aus Shakespeares „Hamlet“ – „Es gibt mehr Ding’ im Himmel und auf Erden als Eure Schulweisheit sich träumt“  hat schon seine Richtigkeit, wenn man sich den Lebensweg mancher Erdenbürger vergegenwärtigt.
Eines dieser ungewöhnlichen Lebensbilder zeigt William Blake – Dichter, Maler und Naturmystiker!

Foto: © Books 18

 

1757 in London geboren hatte er schon von Kindheit an Visionen und das zweite Gesicht. Seine Eltern erkannten bald welch ungewöhnliches, sonderbares Kind sie haben und aus diesem Grund wurde er auch nicht zur Schule geschickt, sondern von seiner Mutter zu Hause unterrichtet.
Seine Erscheinungen von Engeln und Propheten verarbeitete er, schon damals, in Gedichten und Zeichnungen.

 

Auf Grund  seines Talents zum Künstlerischen wurde er 1772 zu einem Kupferstecher in die Lehre gegeben und 1779 in die Royal Academy of Arts aufgenommen, was eine Karriere als Historienmaler versprach. Dort kam es aber zu Konflikten mit dem Präsidenten, Sir Joshua Reynolds, da dieser seine Arbeit bemängelte und damit waren seine Zukunftsaussichten als Maler dahin.
1784 eröffnete er, mit seiner Frau Catherine, in London  eine Druckerei und arbeitete bis an sein Lebensende als Graveur und Illustrator.

 

Sein eigenes Werk verlor er aber nie aus den Augen, hatte jedoch als Visionär und Prophet keinen Erfolg, da er in seiner Zeit nicht verstanden wurde und man ihn eher als geistig Verwirrten einstufte.
Heute zählen seine Gedichte zu der bedeutendsten Lyrik die England hervorbrachte und seine Bilder ebenfalls zur hohen britischen Kunst.
Dass er unverstanden blieb, liegt teilweise an seinen täglichen Visionen – so erlebte er, zum Beispiel,  den Sonnenaufgang nicht als Rückkehr des Lichts nach der Nacht, sondern als Jubelchor von Engeln. Auf Grund dieser Lebensumstände erschloss sich ihm die Welt auf eine sehr mystische und spirituelle Weise. Sie war für ihn immer nur das Tor zur ewigen Herrlichkeit des Jenseits.
Angeblich waren seine letzten Worte:
„Ich gehe in eine Land, das ich schon immer sehen wollte.“

 

Zeitlebens war die Bibel für ihn prägend und eine Inspirationsquelle, jedoch unterschied sich sein Gottesbild wesentlich von dem der Kirche und den meisten anderen Religionen. Das Ausleben der Sinnesfreuden und natürlichen Begehrens sah er als Lobpreisung Gottes. Seine Ansicht in eigenen Worten dazu ist heute noch des Nachdenkens wert:
“ Die Menschen werden in den Himmel aufgenommen, nicht weil sie ihre Leidenschaften gezügelt und besiegt oder gar keine Leidenschaften hätten, sondern weil sie ihr Verständnis der Dinge kultiviert haben“.
Auch seine politischen Ansichten waren denen seiner Zeit eher entgegengesetzt – so verabscheute er die Sklaverei und glaubte an die Gleichheit aller Rassen und Geschlechter, wurde von der Französischen Revolution beeinflusst und misstraute dem aufkommenden Materialismus. Dass das zu keinen Konflikten mit Instanzen kam, liegt wahrscheinlich daran, dass man ihn als Spinner und Exzentriker einstufte.

 

Seine eigenen Bücher, die er mit Hilfe von Freunden finanzierte, sind nicht nur inhaltlich stauneneswert sondern auch optische Gesamtkunstwerke. Denn ab Ende der 80er – Jahre wurde für seine Werke charakteristisch, dass er den Text mit der Graphik verband. Noch dazu stellte er sie als Ein-Mann Betrieb her. Er schrieb die Gedichte, entwarf die Illustrationen, stellte, nach einem von ihm erfundenen Verfahren, die Druckplatten her und druckte sie. Anschließend wurden die Drucke von ihm und seiner Frau auch  noch handkoloriert.

 

Zu seinen wichtigsten Schriften zählen die beiden Gedichtbände: „Songs of Innocence“ und „Songs of Experience“ – sie handeln von zwei unterschiedlichen Zuständen der Seele.
Die Schönheit seiner Weltsicht und Tiefe seiner Gedichte erschließt sich dem Leser schon in den ersten 4 Zeilen seiner „Auguries of Innocence“ berührend:

To see a World in a Grain of Sand
And a Heaven in a Wild Flower
Hold Infinity in the palm of your hand
And Eternity in an hour

Die Gemälde und Zeichnungen Blakes sind mystisch, spirituell und durch seine Visionen geprägt. So waren sie für seine Zeitgenossen  unverständlich und er blieb zeitlebens arm und verkannt, was ihn aber nicht daran hinderte ein glückliches Künstlerleben zu führen.

 

William Blake starb 1827, außer von seiner näheren Umgebung, unbeachtet in London.

Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde seine künstlerische Bedeutung von den Präraffaeliten entdeckt, aber von da an hielt sein Siegeszug bis in die Gegenwart an.
In den 60er – Jahren des vorigen Jahrhunderts beschrieb Aldous Huxley seine Selbstversuche mit Meskalin in einem dünnen Buch  und benannte es – “Die Pforten der Wahrnehmung”. Dieser Titel ist dem Werk Blakes entliehen.
Die Verfasserin des Romans “Das Mädchen mit dem Perlohrring”, Tracy Chevalier, schrieb 2007 ein Buch über das Leben Blakes – “Die Lieder des Mister Blake”.
Thomas Harris “Roter Drache”, einer der Bände seiner Hannibal Lecter Trilogie, verdankt seinen Titel und einen wichtigen Strang der Handlung der aquarellierten Federzeichnung “Der große Rote Drache und die Frau mit der Sonne bekleidet” von Blakes Hand.

 

In der klassischen Musik und im Jazz wurden unter anderen Benjamin Britten, Paul Hindemith, Michael Nyman und John Zorn inspiriert.
In der Rock- und Popmusik – Emerson, Lake and Palmer, Arthur Brown, Pattie Smith, The Doors, Bad Religion, The Verve, Petshop Boys, Joan Baez und etliche andere.
Blakes Einfluss ist auch in Hollywood bemerkbar – Ridley Scott´s  „Blade Runner“, „Dead Man“ von Jim Jarmusch, „Tomb Raider“ mit Angelina Jolie und auch hier wäre die Liste noch nicht zu Ende.

 

Liebe Leute, betrachtet man heute Blakes Bilder sind sie noch immer befremdend, manche ein wenig beängstigend und hinterlassen  einen Eindruck als wären sie aus einem anderen Universum . Jedoch man bekommt auch Einblick in die Herrlichkeit seiner visionären Weltsicht, findet
Euer Kultur Jack!

Über den Autor

Kultur Jack

Vor längerer Zeit in Wien geboren, und bis heute mit der Ortswahl glücklich! Da man von kultureller Leidenschaft allein schwer leben kann, bin ich, im kaufmännischen Bereich, selbständig tätig. Meiner Meinung nach, sollte man geistige Genüsse, nach deren Entdeckung, teilen und weitergeben, damit so viele Menschen wie möglich davon berührt werden. Es liegt ja auch im Sinne des Künstlers, sonst würde er ja kein Buch drucken lassen, oder Bilder zur Schau stellen. Mehr über mich !

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