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Apollo und Daphne- Die Metamorphosen des Ovid

Apollo und Daphne- Die Metamorphosen des Ovid

Liebe Leute, heute erzähle ich euch eine Liebesgeschichte, die jedoch, wie viele Erzählungen dieser Art, nicht glücklich endet. Sie entstammt der griechischen Mythologie und die Protagonisten sind die Götterfigur Apollo und die Nymphe Daphne.

 

Der Mythos
Der griechische Gott Apollo beleidigte den Gott der begehrlichen Liebe Eros, indem er ihn als schlechten Schützen verspottete. Aus Rache schoss Eros einen goldenen Liebespfeil auf Apollo und einen bleiernen auf die Nymphe Daphne ab. Durch das goldene Geschoß entbrannte der Gott in unsterblicher Liebe zur Nymphe, jedoch das bleierne bewirkte bei ihr das Gegenteil und sie floh vor ihm.
Die Bedrängung durch Apollo erschöpfte Daphne derart, dass sie ihren Vater, den Flussgott Peneios, bat ihre von Apollo so begehrte Gestalt zu verwandeln. Der Wunsch wurde ihr erfüllt und sie verwandelte sich, bei der letzten Begegnung mit Apollo, in einen Lorbeerbaum.

 

Ab diesem Zeitpunkt war Apollo der Lorbeer heilig und er trug ihn als Kranz auf seinem Haupt und als Schmuck auf seiner Leier.
Der Erzähler
Am schönsten wird die Geschichte von Apollo und Daphne vom römischen Dichter Ovid erzählt.
Zwischen den Jahren 1 und 8 nach Chr. verfasste Ovid 15 Bücher mit 250 Geschichten, welche Ereignisse der antiken Mythologie zum Thema haben. Da es sich in diesen Erzählungen durchwegs um Verwandlungen handelte, nannte er diesen Zyklus „Metamorphosen“.

 

Die Werke Ovids waren schon zu seinen Lebzeiten sehr populär und nach Horaz Tod avancierte er zum meistgelesenen Dichter Roms. Die „Metamorphosen“ sind in Versform geschrieben und gelten als das Hauptwerk des Poeten. Immensen Einfluss übten sie auf die bildende Kunst des Barocks aus.
Apollo und Daphne in der bildenden Kunst
Um dieses Thema der „Metamorphosen“ adäquat umzusetzen gibt es nur eine Möglichkeit – den Zeitpunkt der Verwandlung. Vorher oder nachher wäre im Kontext unverständlich.
Die meisten Künstlern wählten als Anzeichen für den beginnenden Übergang die Hände Daphnes, zeigten jedoch den Grad der Umwandlung in unterschiedlichen Stadien.

 

Logischerweise nahmen andere Maler die Verwurzelung der Beine und Füße als wichtigen Indikator für den stattfindenden Wandel.

 

Die Geschichte dieser ungleichen Liebe war seit der Antike ein beliebtes Thema, jedoch zur Zeit des Barocks fand die bildnerische Umsetzung der Erzählungen Ovids ihren Höhepunkt.

 

Jedoch bis zur Gegenwart beschäftigten sich Kunstschaffende mit den mythologischen Themen der Antike.

 

Im Zeitalter der Renaissance fand ein Wettstreit zwischen den Künsten statt, der sogenannte „Paragone“. Dabei ging es darum, ob die Malerei oder die Bildhauerei die Vorrangstellung in der Kunst innehat. Der „Paragone“ ist bis zum 20. Jahrhundert nie entschieden worden, denn je nach Epoche oder Mode wechselten die Meinungen. Aber bei der Thematik Apollo und Daphne hat, meiner Meinung nach, die Bildhauerei die Nase vorne.
So befindet sich in der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museum in Wien eine ca. 44cm hohe Skulptur aus Elfenbein, des Künstlers Jakob Auer, die diese Geschichte erzählt.

Kunstkammer Wien, Foto: © Manfred Werner

 

Dieses Schnitzwerk aus dem 17. Jahrhundert ist von so virtuoser und feinsinniger Vollendung, dass es bereits im Barock zu den Höhenpunkten der kaiserlichen Sammlung gehörte.

 

Noch eine Skulptur darf keinesfalls unerwähnt bleiben- die lebensgroße Darstellung dieser Erzählung durch einen der einflussreichsten barocken Bildhauer der Kunstgeschichte: Gian Lorenzo Bernini (1598-1680).

 

Dieses Meisterwerk aus Marmor ist ein derartiges Glanzstück künstlerischer Vollkommenheit, dass es dem Betrachter unglaublich erscheint, dass es nur aus einem Stück Stein herausgehauen wurde. Es befindet sich in der römischen Villa Borghese und Richard Strauss soll durch diese Skulptur zu seiner Oper Daphne angeregt worden sein.

 

Liebe Leute, der Lorbeerbaum zieht von der Verwandlung Daphnes bis in die heutige Zeit seine Spuren. So wurde der römische Kaiser, aber auch Gewinner sportlicher Entscheidungen, mit Lorbeer bekränzt. Er gilt als Symbol des Sieges und Friedens, aber auch des Ruhmes.

 

Noch dazu würzen die Blätter des Baumes manche unserer Speisen.
Euer, Kultur Jack!

Copyright Beitragsbild: Alvesgaspar

Über den Autor

Kultur Jack

Vor längerer Zeit in Wien geboren, und bis heute mit der Ortswahl glücklich! Da man von kultureller Leidenschaft allein schwer leben kann, bin ich, im kaufmännischen Bereich, selbständig tätig. Meiner Meinung nach, sollte man geistige Genüsse, nach deren Entdeckung, teilen und weitergeben, damit so viele Menschen wie möglich davon berührt werden. Es liegt ja auch im Sinne des Künstlers, sonst würde er ja kein Buch drucken lassen, oder Bilder zur Schau stellen. Mehr über mich !

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