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The Huntington

The Huntington

Liebe Leute, heute haben wir eine weite Reise vor uns! Wir überqueren den Atlantik, auch den amerikanischen Kontinent und landen in San Marino, nahe Los Angeles. Noch dazu reisen wir in der Zeit zurück in das Jahr 1916 und treffen dort Henry Edwards Huntington, der sich zu diesem Zeitpunkt soeben aus dem Geschäftsleben zurückzieht.

Foto: © Library of Congress

 

Huntingtons Onkel Collis war einer der großen Vier welche die Central Pacific Railroad  gründeten und diese Gesellschaft war eines von den zwei Unternehmen die an der Vollendung der transkontinentalen Eisenbahnverbindung der Vereinigten Staaten beteiligt waren.
Henry, sein Erbe, war nicht müßig, sondern baute, ab 1901, das Straßenbahnnetz für den Großraum Los Angeles und wurde einer der größten Grundbesitzer in Südkalifornien.
Für uns aber wichtiger als seine berufliche Karriere – die ihm viel Geld einbrachte – ist seine Leidenschaft für Kunst und die damit verbundene Sammlertätigkeit. Und das bringt uns in das Jahr 1916, das ihn als Förderer der Stadt Los Angeles zeigt und ihn veranlasst seine Sammlung  1919 als eine Bildungs- und Forschungseinrichtung zu stiften – The Huntington Library, Art Collections, and Botanical Garden, wie sie mit vollem Namen heißt.
Auf dem über 42 Hektar großen Gelände ist die Sammlung in verschiedenen Gebäuden untergebracht. Die Eröffnung 1928 erlebten die Huntingtons nicht mehr, da Henry ein Jahr zuvor starb und seine Frau Arabella bereits 1924.

Die Bibliothek:

Foto: © Aaron Logan

 

Sie steht Studenten und Wissenschaftlern zu Forschungszwecken offen und besitzt ungefähr 9 Millionen Objekte, davon 6 Millionen Manuskripte, 375.000 Bücher und 500.000 Fotos und Negative und ist damit eine der größten privaten Sammlungen weltweit.
Zu den Glanzstücken, die auch in Dauer- und Wechselausstellungen gezeigt werden zählen:
Eine Gutenbergbibel die auf Pergament gedruckt wurde und damals eine Auflage von 30 Stück hatte.
Das Ellesmere Manuskript der Canterbury Tales von Geoffrey Chaucer aus dem frühen 15. Jahrhundert das und zu den Schönsten seiner Art zählt.

Foto: © Ken Eckert

 

Das Manuskript Benjamin Franklins Autobiographie.
Ebenfalls das Manuskript des ersten Aussteigers der Literaturgeschichte, der sein Experiment auch zu Papier brachte– Henry Thoureaus „Walden“.
Zahlreiche illuminierte Stundenbücher des Mittelalters.

Die Kunstsammlung:

Foto: © The Huntington Art Gallery

 

Sie beherbergt die möglicherweise bedeutendste private Sammlung englischer Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts, darunter vertreten William Turner, John Constable, William Hogarth, Sir Joshua Reynolds, George Romney und Sir Henry Raeburn. Franzosen wie Fragonard und Greuze, die amerikanische Impressionistin Mary Cassat  und der berühmteste Porträtist seiner Zeit John Singer Sargent. Da Arabellas Vorliebe Kinderbildern galt ist diese entzückende Sammlung ebenfalls ein Muss.
Jedoch zwei Schätze überstrahlen diese wertvolle Sammlung:
Thomas Gainsborough „Blue Boy“

 

Foto: © The York Project

 

Thomas Lawrence „Pinkie“

 

Foto: © Huntington Library, Thomas Lawrence

 

In Gesichtern, Kleidung, Ausdruck, Licht und Stimmung suchen diese Meisterwerke schon Ihresgleichen!
Für Liebhaber von Skulpturen, Gobelins, Porzellan und Möbeln ist auch durch die Arabella Huntington Memorial Collection gesorgt.
Liebe Leute, mit jemandem ein Museum besuchen, die oder den das Ausgestellte nicht wirklich interessiert  habe immer als Problem gesehen. Dem einen wird bald langweilig und der Andere bekommt durch ausführliche Betrachtung ein schlechtes Gewissen und gerät dadurch unter Zeitdruck.
The Huntington hat für nicht sehr Schaulustige eine praktikable Lösung –  die Gebäude mit den Sammlungen befinden sich inmitten eines botanischen Gartens den man nicht alle Tage sieht!

Der Botanische Garten:

Foto: © Palma J. Eisenberg

 

Ungefähr 11 verschiedene Gärten erwarten den Besucher, die nahtlos ineinander übergehen.

Foto: © Smart Destination

 

Am beliebtesten ist der japanische Garten mit seiner roten Brücke, dem traditionellen japanischen Haus mit 5 Zimmern, dem Ikebanahaus, dem, zur Meditation angelegten, Zengarten und den Bonsaibäumen.
Weitere Anlagen sind der Kräutergarten, der Wüstengarten und der Dschungelgarten.

Foto: © J. Walsh

 

Im Shakespeare – Garten wachsen Blumen und Pflanzen die zur Lebenszeit dieses Dichters existierten.
Man kann ebenfalls durch einen Palmengarten, zwei Kameliengärten, einen Rosengarten, einen chinesischen Garten und einen subtropischen Garten spazieren.

Foto: ©Hickorypine

 

Noch dazu hat die Gegend um Los Angeles ziemliche Schönwetter-Garantie!
Unweit der Gärten wäre, für Interessierte das Mausoleum zu besuchen, in dem die beiden Huntingtons ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Wer von Pflanzen noch immer nicht genug hat, den lädt auch noch der daran anschließende Orangenhain auf einen Besuch ein.

Also, liebe Leute, Los Angeles hat mehr zu bieten als nur Hollywood und Disney-Land, findet
Euer Kultur Jack!

Über den Autor

Kultur Jack

Vor längerer Zeit in Wien geboren, und bis heute mit der Ortswahl glücklich! Da man von kultureller Leidenschaft allein schwer leben kann, bin ich, im kaufmännischen Bereich, selbständig tätig. Meiner Meinung nach, sollte man geistige Genüsse, nach deren Entdeckung, teilen und weitergeben, damit so viele Menschen wie möglich davon berührt werden. Es liegt ja auch im Sinne des Künstlers, sonst würde er ja kein Buch drucken lassen, oder Bilder zur Schau stellen. Mehr über mich !

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