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Wilhelm Thöny

Wilhelm Thöny

In jedem Jahrhundert gab es Maler die nicht in die zu ihrer Zeit aktuellen Kunstströmungen eingeordnet werden können. Als Beispiele dienen im 16/17. Jahrhundert El Greco, 18/19. Jahrhundert William Turner, und Pablo Picasso und Francis Bacon im 20. Jahrhundert.
Wir haben es heute mit einer österreichischen Gestalt dieser Spezies zu tun: Wilhelm Thöny!

 

Ausstellung Joanneum 2013, Foto: Kultur Jack

 

Der Grazer besuchte die Landeskunstschule in seiner Heimatstadt, absolvierte aber sein Studium danach in München. Noch während seiner Studienzeit gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der“ Münchener Neuen Secession“. Dort lernte er auch Alfred Kubin kennen, woraus sich ein lebenslanger Kontakt entwickelte.
Im ersten Weltkrieg war er Regimentsmaler, und die Fronterlebnisse verließen ihn sein ganzes Leben nicht mehr. Jedoch so wird es den meisten Soldaten ergangen sein.
Zurück in Graz wird er, 1923, Mitbegründer und erster Präsident der Grazer Sezession

 

1929, bereits vier Jahre verheiratet, kommt das Ehepaar Thöny zu einem kurzen Aufenthalt nach Paris und sie  erliegen dort dem Charme der modernen Großstadt, was dazu führt, dass sie 1931 ganz dorthin übersiedeln und bis 1938 dort leben.
In Paris findet Wilhelm Thöny zu einer aufgelockerten Malweise und hellerer, pastellfärbigerer Tönung seiner Palette. Alljährlich, im Herbst, entstehen auch viele Bilder an der Cóte d´Azur.

 

1933 sind sie erstmals in Manhattan, die New Yorker Szenen aus dieser Zeit verwirklicht Wilhelm erst nach der Rückkehr, wieder in Paris.
1937  wird  dem Künstler auf der Pariser Weltausstellung die Goldmedaille verliehen.
Die Verlockung der Weltstadt New York ist so groß, dass sie diese 1938 zu ihrer neuen Heimat machen.  Es entstehen dort faszinierende Gemälde von Manhattan. Thöny verstand es meisterlich, durch seinen Malstil die Dynamik und den Rhythmus dieser Stadt festzuhalten.

 

Im Laufe der nächsten Jahre begann Wilhelm an der Isolation der Emigration und  auch an Heimweh zu leiden, aber da Thea Thöny Jüdin war, gab es keine Möglichkeit für eine Rückkehr nach Europa.
Und dann, am 4. Mai 1948, geschah die große Katastrophe: Wilhelm sollte in Manhattan an einer großen Kollektivausstellung teilnehmen und in dem Lagerhaus, wo seine Bilder aufbewahrt wurden brach ein Brand aus. Mehr als 1000 seiner Werke wurden vernichtet, nahezu sein gesamtes Lebenswerk!
Von diesem Schicksalsschlag erholte sich Wilhelm Thöny nicht mehr und er starb ein Jahr später in New York.

 

Warum, wie eingangs erwähnt, Thönys Arbeit in keine wie auch immer geartete Kunstschublade passt?
Weil sein Malstil eine Synthese aus der Lockerheit der impressionistischen Pinselführung und der Dynamik und Prägnanz des Expressionismus ist. Und das etliche Jahre nachdem diese beiden Kunstrichtungen bereits Geschichte waren. Auch wenn seine Bilder ein Gewirr aus Pinselstrichen, Farbtupfern und manchmal auch Aussparungen sind, hat man doch das Gefühl, dass alles seine Richtigkeit hat und nichts zu viel und nichts zu wenig darin ist.

Die Neue Galerie Graz im Joanneumsviertel hat diesem großen Österreicher 2013 eine umfangreiche Präsentation seines Schaffens gewidmet. Da, dankenswerterweise, der Großteil der hier gezeigten Abbildungen aus dieser Ausstellung stammen, möchte ich gerne auf dieses Ereignis hinweisen:

Link:    Neue Galerie Graz_Wilhelm Thöny

Ich ließ mir die Schau damals nicht entgehen und denke noch heute gerne daran zurück,
Euer Kultur Jack!

Über den Autor

Kultur Jack

Vor längerer Zeit in Wien geboren, und bis heute mit der Ortswahl glücklich! Da man von kultureller Leidenschaft allein schwer leben kann, bin ich, im kaufmännischen Bereich, selbständig tätig. Meiner Meinung nach, sollte man geistige Genüsse, nach deren Entdeckung, teilen und weitergeben, damit so viele Menschen wie möglich davon berührt werden. Es liegt ja auch im Sinne des Künstlers, sonst würde er ja kein Buch drucken lassen, oder Bilder zur Schau stellen. Mehr über mich !

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