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Die Sammlung James Cook

Die Sammlung James Cook

Spricht man über berühmte Reisende und Entdecker, wie Marco Polo, Christoph Kolumbus, Roald Amundsen oder Amerigo Vespucci, darf in dieser Reihe erlesener Gestalten ein Name keinesfalls fehlen: James Cook (1728-1779).

 

Warum findet Cook die Aufmerksamkeit eines Kunst- und Kulturblogs?
Auf seinen großen Reisen wurde der Seefahrer von einem wissenschaftlichen Team begleitet, welches Neuentdeckungen und Erwerbungen auf allen Gebieten akademisch dokumentierte. Cook selbst jedoch, schuf sich eine persönliche Sammlung von Artefakten seiner neu betretenen Welten. Da Sammeln eine Form des Bewahrens, und somit kulturellen Ursprungs ist, zeigt uns die Zusammenstellung dieser Stücke eine sehr persönliche Seite des Entdeckers.

 

James Cook, der sich aus ärmlichen Verhältnissen emporarbeitete, besaß, neben seinen Fähigkeiten als Schiffsführer, ein überragendes Talent als Kartograph. Seine Karten waren so präzise, dass sie in der Schlacht von Quebec (1759) entscheidenden Anteil am Sieg der Briten über die Franzosen hatten. Sein beeindruckendes Können auf beiden Gebieten verschafften ihm die Berufung zur ersten Pazifikreise (1768-1771).

 

Ein Ziel dieser Reise war, eine Gruppe Wissenschaftler zur astronomischen Beobachtung des Venustransit vom 3. Juni 1769, rechtzeitig und sicher, nach Tahiti zu bringen – was auch gelang. Zu dieser Zeit vermutete man im Südpazifik einen riesigen Kontinent – die „Terra Australis Incognita“ – als Gegengewicht zu den Landmassen der nördlichen Halbkugel, und diesen zu entdecken, war die zweite große Aufgabe des Seefahrers. Cook nahm in sechsmonatiger Arbeit eine genaue Vermessung Neuseelands vor, und er betrat als erster Europäer mit seiner Mannschaft die Ostküste Neu – Hollands, wie Australien damals noch hieß.

 

Der Erfolg dieser Reise bescherte Cook seine, durch König George III vorgenommene, Ernennung zum Commander und die Berufung zur 2. Südseereise (1772-1775). Erst bei diesem Abenteuer gelang es zu beweisen, dass die „Terra Australis Incognita“ nicht existierte. Seine Expedition überquerte als Erste den südlichen Polarkreis, und wieder von Tahiti aus besuchte er die Freundschaftsinseln, Melanesien, Osterinseln und entdeckte Neukaledonien.

 

Diese 2. Reise machte Cook berühmt, jedoch ein dritte hätte man ihm nicht zugemutet, aber für diese meldete er sich freiwillig. Diese (1776-1780) sollte die „Nordwestpassage“, also den Seeweg zwischen Atlantik und Pazifik, erkunden. In diesen drei Jahren wurden etliche Inseln besucht, Hawaii und die Cookinseln entdeckt und er bewies, dass die Nordwestpassage, mit den damaligen Schiffen, nicht befahrbar war. Das Verhältnis der Europäer zu den Insulanern war nicht immer frei von Konflikten und so kam es 1779 auf Hawaii zu Tätlichkeiten, die mit dem Tod mehrerer Personen endeten, von denen eine James Cook war.

 

Cook war nicht nur strategisch ein überragender Kapitän, ihm lag auch das Wohl der Mannschaft am Herzen, obwohl er ein strenges Regiment führte. Er setzte sich eingehend mit der Verhinderung der Mangelerkrankung Skorbut auseinander, und erreichte diese durch ausreichende Mitführung von Vitamin C in der Mannschaftsverpflegung. Diese Erkenntnisse und Maßnahmen waren von großer Bedeutung für die gesamte Seefahrt.

 

Was geschah mit der Sammlung des Entdeckers? Sie kam in das Privatmuseum „Holophusicon“ von Sir Ashton Lever in London, jedoch aus wirtschaftlichen Gründen wurden 1806 die Objekte in einer Auktion angeboten. Zu dieser Versteigerung reiste der Naturforscher Leopold von Fichtel von Wien nach London, um Teile der Sammlung für das Hofnaturalien-Kabinett des österreichischen Kaisers Franz I. zu erwerben.

 

Fichtel ersteigerte 238 Gegenstände und dieses Konvolut bildet heute die älteste Sammlung des Weltmuseums in Wien. Der überwiegende Teil der Arbeiten, sind polynesischen Ursprungs. Die restlichen Objekte aus Cooks Nachlass wurden im Zuge der Auktion über Museen in Europa verstreut.

 

Das Studiengebiet der Ethnologie wurde erst Jahrzehnte nach Cooks Ableben eine eigene Wissenschaft. Die Objekte der Sammlung James Cook sind nicht nach System gesammelt, sondern Tauschobjekte und Gastgeschenke, bieten aber dadurch eine breit gefächerte Palette an Gegenständen einer fernen und fremden Lebensweise. Handwerkliches Können und künstlerische Qualität zeugen dabei vom hohen Anspruch der Schöpfer an sich selbst.

 

Liebe Leute, James Cook hat wesentlich mehr entdeckt, als ich von seinen 3 Reisen in die Südsee angeführt habe, jedoch alle seine Leistungen einzeln zu würdigen, würde den Rahmen eines Kulturblogs sprengen. In diesem Beitrag liegt das Hauptaugenmerk auf seiner Sammlung, die uns einen sehnsüchtig abenteuerlichen Blick in eine längst untergegangene Welt bietet.
Euer, Kultur Jack!

Beitragsbild: Nahia Blanco Iturbe

Über den Autor

Kultur Jack

Vor längerer Zeit in Wien geboren, und bis heute mit der Ortswahl glücklich! Da man von kultureller Leidenschaft allein schwer leben kann, bin ich, im kaufmännischen Bereich, selbständig tätig. Meiner Meinung nach, sollte man geistige Genüsse, nach deren Entdeckung, teilen und weitergeben, damit so viele Menschen wie möglich davon berührt werden. Es liegt ja auch im Sinne des Künstlers, sonst würde er ja kein Buch drucken lassen, oder Bilder zur Schau stellen. Mehr über mich !

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