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Die Geschichte des Belcanto

Die Geschichte des Belcanto

Belcanto oder die genaue Schreibweise in Italienisch „bel canto“ ist ein Begriff für „schöner Gesang“. Aber jetzt stellt sich die Frage: Sollen nicht alle Arien schön gesungen werden? Ist es vielleicht doch nur eine Gesangstechnik oder ein Gesangsstil? Dieser Begriff verlangt definitiv nach einer Erklärung!

Alles begann mit der Oper

Ende des 16. Jahrhunderts, Italien, so begann es damals. Mit der Entstehung der Oper kommt auch der Belcanto. Was war es genau? – Eine Technik, welche die Weichheit des Tones, ein ausgeglichenes Stimmregister, das Legato, sowie die Ausschmückung des Gesangs durch Koloraturen, Fiorituren und Triller beschreibt. Aber die entscheidende Grundlage ist eine gute Atemtechnik und die technisch korrekte Projektion der Stimme im Raum. Immerhin reden wir von einem großen Saal im Opernhaus, wo ohne Mikrofone gesungen wird. Da war nicht mehr die Rede von einem kleinen Rahmen, wo die Barock- und Kammermusik aufgeführt wurde. Man brauchte eine andere Technik und differenzierten Stil wie bisher, um so einen Raum mit Klang und Qualität zu erfüllen. Aber nicht nur das -mit dem Beginn des solistischen Gesangs in der Oper, sollte die stimmliche Farbe mehr zur Geltung kommen. Ab diesem Punkt war es ein Verlangen mehr Gefühl und Eleganz der Stimme zu zeigen und eine gewisse Leichtigkeit war geboten. Um die Schwierigkeiten der Musik dieser Zeit zu meistern, bedurfte es eines perfekten Ausgleichs der verschiedenen stimmlichen Register (Kopf- und Bruststimme), welcher nur durch jahrelanges Training erreicht werden konnte. Alles änderte sich! Alles verbesserte sich!

Die neue Epoche
Wir reden ab der neue Gesangstechnik über einen Höhepunkt der italienischen Oper, welche die sogenannte Operngeschichte, als „Belcanto“ bezeichnet. Deren wichtigste Vertreter sind euch bestimmt nicht unbekannt – Rossini, Donizetti und Bellini. Sie komponierten Werke, in denen dieser neue Gesangstil zu hören war. Ich habe schon über „Das älteste Opernhaus der Welt“ geschrieben und in diesem Beitrag von 2018 könnt ihr mehr darüber lesen. Auch welche dieser Belcanto Werke von den großen Komponisten dort uraufgeführt wurden.

Hier könnt ihr Gaetano Donizettis romantische und spritzige Komödie „Der Liebestrank“ – im originalen „L’elisir d’amore“ hören.

Donizetti, L’elisir d’amore | fidelio (myfidelio.at)

Quelle: myfidelio.at

Die Oper „Norma“ von Vincenzo Bellini, beeindruckte nicht nur das Publikum, sondern auch den großen Komponisten Igor Strawinsky.

„Zur gleichen Zeit, als Beethoven der Welt seine Reichtümer übergab, streute ein anderer Komponist, dessen Ruhm niemals an den des Meisters von Bonn heranreichte, Melodien in verschwenderischer Fülle über die Welt, herrliche Melodien von seltenster Qualität … Bellini sind die Melodien zugeflossen, ohne dass er sich Mühe machte, danach zu verlangen, als hätte der Himmel zu ihm gesagt: ‚Ich gebe dir eben das, was Beethoven mangelte!'“ (Igor Strawinsky)

Wir dürfen Guiseppe Verdi nicht vergessen. Er hat ebenfalls Belcanto Opern komponiert, aber er entwickelte den bekannten Stil noch weiter. In seinen Werken ist zu hören, die dramatische Aussagekraft der Handlung und somit auch der Stimme immer wichtiger wird. Ein eindrucksvolles Beispiel hierfür ist seine Oper „Nabucco“:

Verdi, Nabucco | fidelio (myfidelio.at)

Quelle: myfidelio.at

Aber wenn wir schon über die berühmten Belcanto Werke reden, dürfen wir einen Namen nicht zu erwähnen vergessen:

Maria Callas, die jeder kennt, ist DIE Belcanto-Sängerin! Mit ihren Auftritten auf den großen Bühnen dieser Welt, mit Werken von Rossini, Donizetti, Bellini, schaffte sie es zur Meisterin dieses Stils. Erst später wurden Namen wie Joan Sutherland und Montserrat Caballé durch dieselben Rollen berühmt. Bis dahin war Callas die Nummer 1.

 

Maria Callas – 90 Opera Arias, Carmen, Norma, Tosca, Traviata, Butterfly.. NEW MASTERING (Ct.rec.) – YouTube

Quelle: Classical Music/ /Reference Recording

Edita Gruberova wurde als die größte Koloratur-Sängerin unserer Zeit bekannt. Und diesen „Stempel“ bekam sie gleich nach ihrer ersten Arie „Casta Diva“.

Bellini, Norma | fidelio (myfidelio.at)

Quelle: myfidelio.at

Der Belcanto ist, wie der Name schon sagt, der wohl schönste Gesang den es gibt. Ich bin fasziniert davon, was man alles mit der Stimme anstellen kann. In diesem Sinne: bleibt gesund und hört Belcanto 😉

Eure Kultur Jacky

Beitragsbild: Die Oper von Gioachino Rossini, „Der Barbier von Sevilla“

Über den Autor

Kultur Jacky

Kunst und Kultur sind nicht nur meine Leidenschaft, sondern auch mein Beruf. Ich bin sehr interessiert an allem was Menschen bewegt: An der Musik die uns berührt, an schönen Bildern und Büchern, die mich zum Nachdenken bringen.Ich tauche in die Welt der schönen Momente ein und genieße sie jeden Tag. Mehr über mich

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